[Rezension] „Good as Gone“ von Amy Gentry

Inhaltsangabe

Statistisch gesehen sind die ersten drei Stunden nach der Entführung die ausschlaggebendsten. Werden in dieser Zeit keine konkreten Hinweise gefunden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man das Kind nicht mehr findet. Acht Jahre nach Julies Verschwinden steht plötzlich eine junge Frau vor Annas und Toms Haus. Anna scheint ihre verloren geglaubte Tochter wieder gefunden zu haben, doch nach und nach stellen sich immer mehr Zweifel ein. Ist diese Frau wirklich Julie? Oder bloß eine Hochstaplerin?

Meine Meinung

Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten konnte mich „Good as Gone“ zum Schluss für sich gewinnen. Anfangs fiel es mir schwer, mich in die Geschichte einzufinden – Anna ist leider einfach kein Sympathieträger. Ich schaffte es einfach nicht, mich in sie hineinzuversetzen. Mit ihr schafft die Autorin es nicht, mich am Ball zu halten. Da die Handlung erstmal aus ihrer Sicht erzählt wird, musste ich mich wirklich durchbeißen. Doch als dann immer mehr Kapitel aus den Sichtweisen anderer Figuren kamen, wurde es für mich immer spannender. Anfangs war es etwas verwirrend und ich habe stundenlang gerätselt, was denn jetzt eigentlich passiert. Ist die junge Frau Julie? Oder doch nicht? Was ist mit Julie passiert? Welche Rolle spielen die anderen Figuren, die scheinbar zufällig auftauchen? Und genau das hat mir sehr gefallen. Dieses rätseln und nicht wissen, was denn eigentlich wahr ist und was nicht. Man bekommt kleine Häppchen aus der Vergangenheit präsentiert und muss diese erstmal in Verbindung setzen.

Mit ihrem Schreibstil lässt die Autorin viel Raum für Interpretationen zwischen den Zeilen. Auf eine Art und Weise wirken ihre Worte konkret und sachlich. Umso mehr Spielraum hatten meine eigenen Gedanken. Meiner Vorstellungskraft, wie viel Wut, Trauer, Angst aber auch Freude die Figuren hatten, waren keine Grenzen gesetzt. Zudem unterstreicht Amy Gentry damit die Emotionslosigkeit der Mutter, die diese im Laufe der Jahre angenommen hat. Um nicht in ihrer Trauer zu ertrinken, suchte Anna sich einen anderen Weg mit dem Verlust ihrer Tochter umzugehen.

Erst ganz zum Schluss dämmerte mir so langsam, worauf es hinaus laufen würde. Das Finale war dann leider relativ kurz und einfach. Vorhersehbar. Die Spannung die sich im Laufe der Handlung aufgebaut hatte war für mich schon vor dem Showdown nicht mehr vorhanden. Es war, als wäre mit einem mal die Luft raus. Leider passierte in den letzten 50 Seiten nicht mehr wirklich viel, es fühlte sich ein bisschen danach an, als müsste man das Buch jetzt einfach zu Ende bringen.

Fazit

Alles in allem konnte mich „Good as Gone“ vor allem durch seinen soliden Mittelteil und anfangs sehr unvorhersehbare Entwicklung überzeugen. Auch wenn der Schlussteil meiner Meinung nach etwas zu kurz kommt, kann man „Good as Gone“ auf jeden Fall empfehlen!

Kategorie

Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares.


Amy Gentry – Good as Gone

Verlag: C. Bertelsmann

Erscheinungsdatum: 27.02.2017

ISBN: 978-3-570-10323-4

Seiten: 320

Advertisements

8 Gedanken zu “[Rezension] „Good as Gone“ von Amy Gentry

  1. laberladen schreibt:

    Ich bin gerade noch mittendrin im Hörbuch und bisher gefällt mir diese Aufteilung in zwei Erzählstränge sehr gut. Nach Deiner Kritik am etwas lauen Schluss bin ich nun gespannt, ob mir das Ende besser gefällt als Dir. Immerhin gibt es bei Dir ein positives Gesamturteil und das finde ich schon mal sehr erfreulich.
    Liebe Litnetzwerk-Grüße von
    Gabi

    Gefällt 1 Person

    • Buecherpanda schreibt:

      Hey Gabi, da ist der Geschmack ja auch bekanntermaßen immer unterschiedlich 🙂 Da ich eh ein großer Fan von Thrillern bin, hat mir vielleicht einfach die Spannung gefehlt, auch wenn es sich ja hier um keinen Thriller handelt. Hoffe dir gefällt es, liebe Grüße ♥

      Gefällt 1 Person

  2. analog 2.0 schreibt:

    Liebe Jenny,

    dieses Buch ist anscheinend eins, das sehr unterschiedliche Meinungen ausgelöst hat. Ich zum Beispiel war nicht ganz so begeistert. Den Teil der Familie fand ich wirklich gelungen, aber mit dem Erzählstrang rund um Julie wurde ich irgendwie nicht ganz war.
    Ich finde das sehr spannend wie ein und die selbe Geschichte so viele verschiedene Meinungen und Reaktionen auslösen kann.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
    Rena

    Gefällt 1 Person

    • Buecherpanda schreibt:

      Hey Rena, ja, das ist ja immer mal wieder so. Hatte auch schon das Erlebnis, das eine Buchreihe die eine gute Freundin mir empfohlen hat – und auf deren Empfehlungen verlasse ich mich sehr! – mir so gar nicht gefallen hat und sie ist total begeistert. Gerade den Erzählstrang um Julie fand ich richtig interessant! Das hat für mich einen großen Einfluss auf meine Bewertung gehabt.
      Dir auch noch ein schönes Wochenende. ♥

      Gefällt 1 Person

  3. Anetts Bücherwelt schreibt:

    Hallo,
    mir hat das Buch auch wirklich gut gefallen, da wurde in der Mitte des Buches eine tolle Spannung aufgebaut und ich fand die Schreibweise richtig gut. Ja, am Ende war es absehbar, aber trotzdem gut geschreben. Miit den Charakteren konnte ich mich aber ebensowenig anfreunden, mir hat hier echt ein wenig Gefühl gefehlt.

    Liebe Grüße Anett,
    die dich via #litnetzwerk gefunden hat.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s